Nakam – Jüdische Rache an NS-Tätern

nakam_teaser1945 ist der Krieg vorbei, Deutschland wurde befreit, eine kollektive „Amnesie“ machte sich in der deutschen Bevölkerung breit. Man wollte einen Schlussstrich ziehen und möglichst schnell vergessen, der „Spuk“ sollte ein Ende haben.

Für viele Überlebenden der Shoa, für viele Juden und Jüdinnen, die ihre Freunde, Freundinnen und Angehörigen in Auschwitz und anderen deutschen Vernichtungslagern verloren haben, fing damit der Krieg erst an. Sie konnten und wollten nicht vergessen, was Deutschland, was die Deutschen getan haben, sie wollten sich nicht zu „Opferlämmern“ machen lassen, die ungestraft zur Schlachtbank geführt werden können. Sie wurden angetrieben von dem tiefen Wunsch nach Rache und Vergeltung.

Jim G. Tobias beleuchtet mit seinem Buch „Nakam – Jüdische Rache an NS-Tätern“ ein brisantes und bisher kaum erforschtes Kapitel der Nachkriegsgeschichte und geht dabei auch auf konkrete Racheaktionen in Nürnberg ein.

Anlässlich des 75. Jahrestags der Reichspogromnacht vom 9. / 10. November und in Gedenken an die Opfer der Pogrome veranstaltet die Sozialistische Jugend – Die Falken Nürnberg eine Autorenlesung mit Jim G. Tobias und lädt dazu Jede und Jeden zum Lauschen und Diskutieren ein.

  1. November
    19.30Uhr
    Falkenturm, Frauentormauer 3, Nürnberg

Der Eintritt ist frei, über Spenden freut mensch sich…Im Anschluss an die Lesung wird Jim Tobias Filmausschnitte ehemaliger Rächer zeigen.

Freiraum wählen, Freizeit erkämpfen!

Nachts im Park feiern? Verboten.
Am Hauptbahnhof Bier trinken? Verboten.
Wände bemalen? Verboten.
Abends vor dem Konzertraum laut reden? Verboten.

Wie die Umgebung, in der wir leben aussieht, entscheiden nicht wir, sondern andere. Die meisten Möglichkeiten, sie selbst zu gestalten, sind illegal. Den Rest unserer Zeit hingegen verbringen wir in Schule, Ausbildung oder Uni. Hier gilt dann:

Anwesenheit? Pflicht. Attest? Pflicht. Fächerwahl? Vorgegeben.

Klar kann man sich verweigern, aber dann ist man in unserer Gesellschaft gleich ein*e Verlierer*in. Die ersten Verlierer*innen sind diejenigen, die bereits im Alter von 10 Jahren die Hauptschulempfehlung bekommen. Der allgemeine Traum von einer Zukunft mit einer interessanten Beschäftigung und ohne Geldsorgen scheint unrealistisch. Dabei gilt leider oft: die Lebenssituation deiner Eltern wird auch deine sein.

Wer das Glück hatte nicht von vornherein aussortiert zu werden, muss unter Leistungsdruck funktionieren und muss der Konkurrenz standhalten. Hier ist kein Platz für Hilfsbereitschaft und eigene Freizeitgestaltung. Nicht nur die Schule sondern auch Eltern und die eigenen Zukunftspläne sorgen oft dafür, sich möglichst anzupassen und sich durch Auslandsaufenthalte, unbezahlte Praktika und gute Noten wertvoll für die Arbeitswelt zu machen. Damit wird uns das Wichtigste unserer Jugend genommen: jugendlich zu sein.

Wir wollen diesen Leistungsdruck aber nicht!

Wir wollen nicht die allgegenwärtige Konkurrenz.

Wir wollen nicht in mehr und minderwertig eingeteilt werden. Nein!

Wir wollen ein selbstbestimmtes Leben in einer rücksichtsvollen Gesellschaft!

Im September 2013 wird in Bund und Ländern, im März 2014 in Nürnberg gewählt werden. Ob ein einziges Kreuz so viele weitreichende Entscheidungen legitimieren kann und ob diese Entscheidungen in deinem Sinne getroffen werden ist fraglich. Aber für derartige Bedenken ist momentan kein Platz. Nicht- Wählen wird oft als Desinteresse interpretiert. Wenn du die Möglichkeit dazu hast dann lass dir dieses bisschen Einfluss nicht nehmen, denn es kann auch Sinn ergeben ein Kreuzchen zu machen.

Aber ein Kreuz allein genügt nicht! Die Strukturen der Welt sind nicht zufällig, sondern von Menschen gemacht und können damit auch von Menschen bewusst gestaltet

werden. Um Ausbeutung tatsächlich zu überwinden und die Logik der Verwertbarkeit endgültig zu durchbrechen, genügen keine kleinen „Reparaturarbeiten“ oder ein wie auch immer gearteter Politikwechsel, sondern allein ein Wechsel des Systems.

Und der kommt nicht von heute auf morgen. Deswegen muss Jede*r aktiv werden und für eine schönere Welt eintreten. Gemeinsam geht das natürlich besser. Deshalb haben wir uns als Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken schon von über 100 Jahren

zusammengeschlossen, um als junge Menschen für junge Menschen eine laute Stimme zu erheben.

In Zeltlagern und Gruppenstunden wollen wir herausfinden und diskutieren wie ein schönes Leben und der Weg dahin aussehen soll. Deswegen versuchen wir schon jetzt im solidarischen Miteinander zu leben und wollen unsere Vorstellungen von einer gerechten Welt auch nach außen vertreten.

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„Dance together – stand together!“

Flyer Sommerfest 2013

*** PLEASE SCROLL DOWN FOR THE ENGLISH TRANSLATION ***

Zum zweiten Mal wird am 28.6.2013 das gemeinsame Sommerfest auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkünfte in der Regensburger Straße 402 stattfinden.

ISOLIERT

An den Rand der Stadt gedrängt fühlen sich viele Geflüchtete einsam und ausgegrenzt. Der Alltag ist geprägt von sozialer Isolation, Arbeitsverbot und der steten Bedrohung Abschiebung. Essenspakete und eine schlechte Busanbindung erschweren das Leben zusätzlich.

BREAK THE ISOLATION!

Diesen Zustand wollen wir nicht länger dulden! Um die Isolation zu durchbrechen wird auch dieses Jahr wieder ein gemeinsames Sommerfest stattfinden. Wie im letzten Jahr werden die Vorbereitungen von Bewohner_innen der Gemeinschaftsunterkünfte, der Sozialistischen Jugend – Die Falken Nürnberg, dem Club 402 und dem Alternative Kultur Nürnberg e.V. getragen, das Bündnis ist in diesem Jahr zusätzlich erweitert um die Freie Arbeiter_innen Union Nürnberg, sowie den AWO-Jugendmigrationsdienst. Ein möglichst breites, offenes Bündnis ist explizit erwünscht. Einzelpersonen und Gruppen sind also herzlich eingeladen, sich an den Vorbereitungen zu beteiligen.

Das Sommerfest wird am Freitag, den 28.6. von 16 – 22 Uhr stattfinden. Geboten werden Musik und Sonnenschein, veganes und fleischiges Grillen, Chillen in der Shishaecke, Schminkstand und Wasserspaß für Kinder und Alle, Bastelecke, Feuershow und Jonglierkiste und noch einiges Mehr!

All das wird kostenfrei sein, über Spenden freut mensch sich…!

Komm also am Freitag, den 28.6. in die Regensburger Straße 402, feier mit uns und kämpfe mit uns gegen die Isolation und für ein Bleiberecht und ein schönes Leben für Alle!

Wenn du dich an den Vorbereitungen beteiligen willst, schreibe eine Mail an buero@falken-nuernberg.de.

For the second time, our summer festival will take place on the area of the refugee shelters in the Regensburger Straße 402 on 28.6.2013

ISOLATED

Pushed to the edge of the city, many refugees feel lonely and excluded. Everyday life is characterized by social isolation, prohibition of work and constant threat of deportation. Food packages and a bad bus connection make life even more difficult.

BREAK THE ISOLATION!

We will not tolerate this situation any longer! In order to break the isolation there will take place a summer festival this year again. Like last year, the preparations are carried by the residents of the refugee accommodations, by Sozialistische Jugend – Die Falken Nürnberg, Club 402 and Alternative Kultur Nürnberg e.V., this year the alliance is additionally extended by the Freie Arbeiter_innen Union Nürnberg. A possible broad, open alliance is explicitly desired. Individuals and groups are therefore welcome to participate in the preparations.
The summer festival starts on Friday, 28.6. at 4 pm
. There will be music and sunshine, vegan and meaty barbecue, chill out in the shisha corner, water fun for kids and all, craft corner, fire juggling show and jonglage box and much more!

All of this will be free of charge, donations would be human …!

So come on Friday, 28.6. in the Regensburger Straße 402, celebrate with us and fight with us against the isolation and for the right to stay and a good life for all!

If you want to participate in the preparations yourself, write a mail to buero@falken-nuernberg.de.

Raus zum 1.Mai!

Liebe GenossInnen,

heraus zum 1. Mai! Traditionelle 1.Mai-Demonstration mit anschließender Kundgebung am Kornmarkt.

Treffpunkt 10:00 Uhr am Aufseßplatz bei den roten Falkenfahnen
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Wider dem Vergessen

Nach mehreren Vorbereitungstreffen und -wochenenden war es zu Beginn der Osterferien endlich soweit, die  SJD – Die Falken aus Nürnberg, München und Augsburg machten sich auf den Weg zur Gedenkstättenfahrt nach Oswiècim.

Schon um 6:45h am Samstagmorgen trafen wir uns am Nürnberger Hauptbahnhof. Von dort fuhren wir mit dem Bus nach Prag. Dann ging es weiter durch Tschechien bis nach Katowize in Polen. Schließlich kamen wir  am Abend in Oswiècim an und bezogen unsere Zimmer. Die Jugendbegegnungsstätte bot uns neben einer tollen und leckeren Verpflegung, Sport- und Freizeitmöglichkeiten auch eine umfassende Bibliothek, gute Referent_Innen und einen umsorgenden Betreuer. Sie organisierte für uns die Führungen durch die Gedenkstätten und ein Zeitzeugen-Gespräch.

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Veröffentlicht unter Presse

Dance Together-Stand Together

„So was gibt’s in Nürnberg!?“ – Flucht und Ausgrenzungen bekommen ein Gesicht – Unsere Zusammenarbeit mit dem Club 402

Angefangen hatte alles schon im letzten Winter. Einige unserer Falken-Kindergruppen organisierten Weihnachtsgeschenke für die Kinder aus der Gemeinschaftsunterkunft Regensburger Straße, die dann von uns beim Winterfest im Club 402, einem offenen Jugendtreff der AWO neben dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft, überreicht wurden. Dieser Besuch hat uns allen sehr gut gefallen, aber auch betroffen gemacht.

Einige von uns waren zum ersten Mal in der hell-türkisen Containersiedlung in der Regensburger Straße. Einsam und isoliert ist es hier, am südöstlichen Ende Nürnbergs, zwischen Fischbach und Frankenstadion. Rund 150 Flüchtlinge sind hier notdürftig untergebracht. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Ländern und sind teilweise traumatisiert von Krieg und Flucht. Alle kamen in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

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